Multifunktionsanlage Wienburgstraße in Münster

Neubau der Multifunktionsanlage Wienburgstraße in Münster – 3. Preis

Städtebau, Architektur
Das Raumprogramm der Kita und der Sportanlage werden in einem kompakten zweigeschossigen Gebäuderiegel untergebracht. Das Gebäude verbindet die beiden Außensportflächen und bildet das räumliche Rückgrat der gesamten Anlage. Kubische Einschnitte oder Überhöhungen reagieren auf die verschiedenen Raumnutzungen und lassen einen differenzierten Baukörper entstehen, der sich mit seiner Umgebung verzahnt. Die gewählte Holzbauweise fügt sich gut in die Grünfläche des Wienburgparkes einfügt und bietet sich städtebaulich hier am Stadtrand in besonderer Weise an.

Erschließung
Der geplante öffentliche Fuß-und Radweg bildet die Achse, an der alle Funktionsbereiche der Sportanlage andocken. Er bildet am Ende die Verbindung zum bestehenden Sportplatz. Die PKW-Stellplätze werden entlang der Straße nachgewiesen und liegen in fußläufiger Nähe zur Kita. Fahrräder können entlang des Radweges, abgerückt durch einen Grünstreifen zwischen beiden Eingangsbereichen abgestellt werden.
Das Gebäude wird von zwei Seiten erschlossen: an der Stirnseite die Kita, an der Längsseite vis à vis zum neuen Sportplatz die Sportanlage. Die Eingänge werden durch zwei getrennte Vorplätze eingeleitet und baulich durch Rücksprünge überdacht. Die Erschließung der Sportanlage mit zwei gleichwertigen nebeneinanderliegenden Eingängen ermöglicht eine flexible Nutzung des Gebäudes und getrennte Rettungswege. Der Vorplatz zwischen Multifunktionsgebäude und den neuen Sportplätzen bildet das neue Zentrum der Anlage und kann vielfältig bespielt werden. Die Wegeverbindung zur Kita funktioniert ungestört über eine eigene Zuwegung.
Die innere Erschließung verläuft in beiden Gebäudebereichen über eine stringente Achse und zweispännig angelegten Raumgruppen. Durch Aufweitungen an den Eingängen und dem eingeschnittenen Lichthof entstehen interessante Lichtspiele und man blickt gefiltert durch das gesamte Gebäude. Das Erschließungskonzept schafft einen sparsamen Flächenverbrauch, lässt Synergien der verschiedenen Nutzer zu und ermöglicht eine flexible Nutzung des Gebäudes – auch bei langfristig anderen Nachnutzungen.

Kita
Die Gruppenräume der Kita sind nach Süden orientiert und werden von zwei Seiten belichtet. Sie und die Differenzierungsräume erhalten gemäß der geltenden Brandschutzregeln direkte Ausgänge ins Freie. Der Mehrzweckraum ist über den Gymnastikraum der Sportanlage erweiterbar, für Veranstaltungen bietet sich die Mitnutzung des südlichen Gartenhofes davor an. Das Büro der Kitaleitung im OG erhält eine Sichtverbindung zum Eingangsplatz und ist schnell erreichbar. Die Außenfläche ist komplett nach Süden orientiert und bietet differenzierte Spielbereiche.

Sportanlage
Bei der Aufteilung der Gebäudeflächen wurden alle machbaren Synergien genutzt und gleichzeitig separate Räumzonen für den Schachklub und den GWM geschaffen. Die Umkleiden im EG sind für alle Nutzergruppen gut erreichbar und über beide Ausgänge an den Sportplatz angebunden. Die Schiedsrichter, das Besucher-WC und der Ball-und Geräteraum erhalten zusätzliche Zugänge von außen, gebündelt an der östlichen Gebäudestirnseite.
Der Schachklub im OG ist als abgeschlossene Einheit konzipiert. Die Räume sind flexibel schaltbar, vom kleinen Pausenfoyer bietet sich ein Blick über das gesamte Sportareal. Ähnlich angelegt ist der Jugendschulungsraum des GWM mit der davor gelagerten Versorgungsfläche, die auch für die daneben liegenden Büros mitgenutzt werden kann. Je nach Energiekonzept kann die verbleibende Fläche für Technik oder als weitere Raumreserve verwendet werden.

Ökologischer Ansatz
Das Gebäude wird in hochgedämmter Holzständerbauweise errichtet. Die Dächer werden extensiv, vor den Differenzierungsräumen intensiv begrünt, das Flachdach bietet ausreichend Fläche für Solarnutzung. Der Einsatz ökologischer Baumaterialen, insbesondere heimischer Holzarten und deren Verarbeitung in räumlicher Nähe des Bauvorhabens und lassen eine gute Ökobilanz erwarten. Durch die kompakte orthogonale Kubatur, die wartungsarme Materialität der Außenfassade und die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten ist eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Unterhaltung gegeben. Der Neubau der Multifunktionsanlage leistet somit einen Beitrag zu einer stadtteilprägenden, der Natur zugewandten und zeitgemäßen Architektur in Münster.