Neubau einer Warft auf der Insel Langeneß

Wettbewerb Versorgungszentrum mit Wohnungen auf Treuberg auf der Hallig Langeneß

Idee I Architektur
Das Nahversorgungszentrum bedient sich bewusst nicht der traditionellen Formensprache der vorhandenen Wohnbebauung auf den Halligen, sondern soll signalhaft und dennoch naturverbunden wirken. Die strenge Geometrie des Gebäudeensembles macht schon von weitem auf die besondere Nutzung der Bebauung aufmerksam. Die zurückhaltende Formensprache erhöht den Kontrast und somit die Wirkung der weitgehend naturbelassenen Umgebung. Der Turm mit Schutzraum bietet ein zusätzliches Aussichtsplateau, von dem aus die ganze Hallig überblickt werden kann.

Materialität
Gedämmte, massive Brettschichtholzwände werden mit unbehandelten Lärchenholzlatten außen in ungleichmäßigen Abständen umhüllt, deren Farbe silbern verwittert und sich so harmonisch der Umgebung angleicht. Es entstehen Assoziationen zu Schiffsbau, aus der Ferne auch zu Naturelementen wie Gräser oder Schilfrohr. Die Geschossdecken und der Gebäudesockel werden in Beton ausgeführt. Die Dächer werden intensiv mit ortsüblichen Gräsern begrünt. Insgesamt werden ökologisch nachhaltige Baustoffe zum Einsatz kommen.

Funktionen I Raumprogramm I Erschließung
Das Raumprogramm wird in drei Gebäudeteile zusammengefasst, die so platziert werden, dass ein öffentliches autofreies Eingangsplateau an dem Fething und ein rückwärtiger Bauhof mit Parkplätzen entstehen. Beide Höfe sind miteinander über einen Durchgang verbunden.
Der Bauhof erschließt alle funktionalen und motorisierten Bereiche der neuen Warft-Bebauung, hier erfolgt auch die Anlieferung des Ladens.
Der Laden, das Café, die Krankenstation, der Schutzraum und alle Eingänge zu den Wohnungen in den Obergeschossen sind zentral um den Fething angeordnet. So wird eine leichte Orientierung ermöglicht und es entsteht ein kommunikativer Ort mit hohen Aufenthaltswert. Das Café und der Sitzungsraum sind zusammenschaltbar und können sowohl separat als auch über den Laden erschlossen werden. Im Süden schließt sich die Terrasse des Cafés mit freier Aussicht auf das Meer an.
Der Schutzraum ist gut erkennbar in dem Turmaufbau untergebracht, hier bietet sich als „Add on“ ein offenes überdachtes Aussichtsplateau an.
Um die Versiegelung und Bebauung der Warft möglichst gering zu halten, wurde auf ein weiteres Wohnhaus laut Auslobung verzichtet und stattdessen alle Wohnungen in den Obergeschossen geplant. Die Höhenentwicklung der Gebäude bildet ein der Aufgabe angemessenes Bauvolumen.

Energetisches Konzept
Die Wärme-und Energieversorgung der Anlage erfolgt über ein Blockheizkraftwerk, das im Bauhof angeordnet wird. Als Kraftstoff wird ein nachwachsender Rohstoff, wie z.B. Pellets oder Holzhackschnitzel verwendet. In Kombination mit den hochgedämmten Außenhüllen der Gebäude wird ein KFW 40 -Standard erreicht.