Haus A – Münster

Fotografie:
Klemens Ortmeyer

Bauvorhaben:
Neubau Reihenhäuser Münster

Planung und Realisierung:
2000 – 2001

Veröffentlichung:
Reihenhäuser Doppelhäuser Johannes Kottje

Grundstückssituation, baurechtliche Vorgaben:
Das Grundstücksparzelle liegt inmitten einer vorhandenen Bebauung am Rande eines Neubaugebietes. Eine Vielzahl von baurechtlichen Vorgaben bestimmten Materialien, Dachneigung, Baufeld, etc., bis hin zur Erschließung der Grundstücke. Allein in ihrer Geschossigkeit nehmen die Reihenhäuser Bezug auf die Umgebung.
Am Eingang des Grundstückes befindet sich eine Carportanlage für alle Bewohner.
Die Aufgabe war, trotz unterschiedlicher Vorstellung der einzelnen Bauherren eine Gesamtanlage zu schaffen, die in ihrer Außenwirkung eine einheitliche Wohnbebauung darstellt und dennoch unterschiedliche Grundrisslösungen zulässt. Die Reduktion auf ein Fassadenmaterial trägt dazu wesentlich bei.

Grundrisskonzept, Entwurfsidee:
Durch den vorgefertigten Holzrahmenbau und die Entscheidung für einen Trockenausbau ab Erdgeschoss konnte die Bauzeit auf 6 Monate verkürzt werden. Die offene Grundrisskonzeption im Erdgeschoss mit einem zweigeschossigen Essbereich bildet das Zentrum des Gebäudes.
Die Kinderzimmer und zwei Bäder im Obergeschoss sind über eine Galerie miteinander verbunden. Im Dachgeschoss befindet sich das Elternschlafzimmer. Große Glasfassaden nach Süden und Westen sowie Innenfenster im Obergeschoss ermöglichen den Blick durch das ganze Gebäude.Im Untergeschoss befindet sich das Architekturbüro und ein Gäste-WC. Die Räume im Untergeschoss werden durch den vorgelagerten, ca. 4 m breiten Patio optimal belichtet und mit einer Holzbrücke im EG überspannt. Diese dient als Terrasse.

Konstruktion:
Außen- und Innenwände bestehen aus Holzrahmenbauweise mit einer Dämmung aus Zellulose. Installationsebenen an den Außenwänden erhöhen die Dammstärke auf insgesamt 22 cm. Die Decke über EG ist aus Spannbeton-Fertigteilen. Das Kellergeschoss wurde betoniert. Die Wahl von einfachen Ausbaumaterialien begünstigte einen hohen Anteil an Eigenleistung.

Energetisches Konzept:
Alle Wohnungen haben einen Niedrigenergiehausstandard mit einer minimierte Haustechnik. Erdgasbrennwerttherme und eine Fußbodenheizung im Erdgeschoss und konventionelle Heizkörper bilden das Energiekonzept. Eine Solaranlage für Brauchwasser ist vorinstalliert und kann nachgerüstet werden. Der hohe Energieeintrag in den Wintermonaten durch die großflächige Verglasung in der Süd- und Westfassade reduziert die Heizkosten. Die Spannbetondecke und der Schieferboden im Erdgeschoss dienen als Speichermasse. Die natürliche Verschattung durch die Kastanie im Westen und die Pergola im Süden bilden den sommerlichen Wärmeschutz.