Neue Mitte Hasbergen

1. Preis für unseren Wettbewerb Neue Mitte Hasbergen

Die Gemeinde Hasbergen bei Osnabrück möchte durch den Neubau eines Rathauses mit zusätzlicher Gastronomie und einem Bankgebäude die Ortsmitte stärken und neu definieren. Es wurde ein offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Auszug aus dem Juryprotokoll: (Auszug)

1. Platz
ARGE Burhoff und Burhoff Architekten BDA, Münster
Kuckert Architekten BDA, Münster
Abdelkader Architekten BDA, Münster

Der Verfasser schlägt ein Gebäudeensemble vor, welches von Anfang an einen gut dimensionierten Platz umfasst und bildet, keines späteren Bauabschnittes oder zusätzlicher Baukörper bedarf. Das vom Verfasser erzeugte Spannungsfeld liegt zwischen Ensemble und gegenüberliegender Straßenseite, die Beziehung gelingt.

Das Rathaus besteht aus zwei mit einer Brücke verbundenen Teilen: im Trakt parallel zur Niedersachsenstrasse ausgerichteten Flügel befinden sich der Haupteingang sowie das Bürgerbüro, im abgeknickten Gebäudewinkel – der die östliche Platzwand bildet und strassenbegleitend zur Tecklenburger Straße steht- liegen die Gastronomie, der Vereinsraum sowie die Bank. Der Vereinsraum liegt richtig, ist aber etwas zu groß. Um den Platz im Westen zu fassen, nicht ausfließen zu lassen, wird der Bürgersaal mit zuschaltbaren Nebenräumen quasi als Schlusspunkt positioniert, er kann dadurch auch außerhalb der Rathauszeiten unabhängig genutzt werden. So wird – aus dem Raumprogramm entwickelt – eine schlüssige Belebung der neuen Mitte durch die gegenüber angeordneten Eingänge initiiert. Die Gastronomie orientiert sich nach Süden und nach Westen, die Bank wird – zwar etwas abgeschieden – aber aufgrund der Höhenlagen schlüssig von der Tecklenburger Straße ebenfalls ebenerdig erreicht. Die Grundrisse im Rathaus sind als klassische Zweibunde organisiert, die einheitliche Gebäudetiefe lässt eine hohe Flexibilität zu.

Die Baukörper sind – mit Ausnahme des Bürgersaalgebäudes – konsequent zweigeschossig und mit flach geneigten Dächern ausgeführt. Der Maßstab scheint Hasbergen angemessen, arrangiert sich sowohl mit dem Stadtraum im Wohngebiet an der Niedersachsenstrasse , wie erstaunlicherweise auch mit der Situation an der Tecklenburger Straße. Die Gebäude sind wohltuend unaufgeregt, entsprechen sich in Material und Gestaltungsprinzipien, die Fassaden sind diszipliniert und einem Rathaus entsprechend konzeptioniert.

Geschickt werden Sichtachsen freigehalten, sowohl zur Kirche, wie auch in die nördlich angrenzenden Wohngebiete. Die Stellplatzanlage im östlichen Grundstücksteil liegt richtig und dient gleichzeitig als Aufstellfläche für das Festzelt. Begrüßt wird, dass der Grünzug am Permer Damm als fussläufige unversiegelte Verbindung belassen bleibt.

(…)

Alles in allem schlägt der Verfasser ein wohlgestaltetes, sensibel eingefügtes und sehr diszipliniertes Ensemble vor. Der Entwurf lässt ein sehr wirtschaftliches Gebäude erwarten, es liegt im guten Bereich der Vergleichsdaten – durchaus mit Entwicklungspotential im OG. Das Konzept: Ein Bauherr, ein Ensemble, ein Platz, eine neue Mitte für Hasbergen ohne auf weitere Abschnitte angewiesen zu sein, überzeugt in hohem Maße.

Die Bearbeitung erfolgte in Arbeitsgemeinschaft mit Burhoff und Burhoff und Kuckert Architekten, Münster.